SOS-Kinderdörfer in Venezuela


SOS-Kinderdorf in Venezuela begann 1978 in der Region Maracaibo mit der Unterstützung gefährdeter Kinder und junger Menschen. Seither haben wir unsere Angebote stetig an die veränderten Bedingungen in Venezuela angepasst. Derzeit sind wir landesweit an drei Standorten tätig.

Kinder, die nicht bei ihren Familien leben können, finden in einer SOS-Kinderdorf-Familie ein neues Zuhause (Foto: SOS-Archiv).

Venezolaner durchleben schwierige Zeiten


Die Entdeckung großer Erdölvorkommen am Maracaibo-See zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte die Wirtschaft Venezuelas verändert und erhebliche Auswirkungen auf den Reichtum des Landes und seinen Einfluss auf der weltpolitischen Ebene.

In letzter Zeit hat Venezuela jedoch viele wirtschaftliche, soziale und politische Veränderungen durchgemacht.
Zahlreiche Familien durchleben schwierige Zeiten. Die Bereitstellung von Grunddienstleistungen wie z.B. Strom, Trinkwasser und öffentlichen Transportmitteln hat sich zunehmend verschlechtert. Gleichzeitig sind die Kosten für Grundnahrungsmittel und Basisgüter so sehr gestiegen, dass sich viele venezolanische Familien ihren Erwerb nicht mehr so häufig leisten können wie in der Vergangenheit.

Laut jüngsten Berichten der Vereinten Nationen sind schätzungsweise sieben Millionen Venezolaner auf humanitäre Hilfe angewiesen. Als Folge der wirtschaftlichen und politischen Situation haben geschätzte 3,7 Millionen Venezolaner ihre Heimat verlassen.
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SOS-Kinderdorf unterstützt weiterhin die am stärksten gefährdeten Menschen

Trotz dieser schwierigen Umstände betreut SOS-Kinderdorf weiterhin Kinder und junge Menschen, die die elterliche Fürsorge verloren haben oder Gefahr laufen, sie zu verlieren. Wir unterstützen auch gefährdete Familien in den Gemeinden, in denen wir tätig sind.

Darüber hinaus unterstützt SOS-Kinderdorf Kinder und Familien, die Venezuela verlassen haben und jetzt in anderen Ländern der Region leben.

Als Nichtregierungs-Organisation sind wir den Grundsätzen der Neutralität und Unparteilichkeit verpflichtet und ebenso dem Schutz der Kinderrechte, damit sie in einem sicheren und fürsorglichen Umfeld aufwachsen können.
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Kinder und junge Menschen sind gefährdet

Junge Männer nehmen an einem Workshop zur HIV/AIDS-Prävention teil (Foto: SOS-Archiv).

Die derzeitige Lage stellt die über 10 Millionen Venezolaner, die unter 18 Jahre alt sind, auf eine harte Probe. Gefährdete Kinder und junge Menschen leiden ganz besonders unter den jüngsten Herausforderungen.

Laut UNICEF ist jedes dritte Kind auf Unterstützung angewiesen – das sind 3,2 Millionen Kinder, die Hilfe brauchen, damit sie einen Arzt besuchen, zur Schule gehen oder genug zu essen bekommen können.

Die Verfügbarkeit von Arzneimitteln und medizinischem Personal nimmt stetig ab, was besorgniserregende Folgen hat. Die Zahl der Todesfälle von Kindern unter fünf Jahren ist in den letzten Jahren dramatisch gestiegen. Ebenso sind ansteckende Krankheiten auf dem Vormarsch.

Zahlreiche Familien sind aus Venezuela in benachbarte Länder ausgewandert. Laut UNICEF sind 1,1 Millionen Kinder in der Region auf Hilfe angewiesen. Unbegleitete Kinder sind ganz besonders gefährdet und auf zusätzlichen Schutz angewiesen.
 

SOS-Kinderdorf in Venezuela

In Venezuela unterstützen wir Familien, die vom Zerfall bedroht sind, und geben Kindern ohne elterliche Fürsorge ein liebevolles Zuhause.

Familienstärkung: Die SOS-Familienstärkungsprogramme nahmen 2002 ihre Tätigkeit auf. Wir arbeiten direkt mit Gemeinden, um sie zu befähigen, ihre Kinder zu schützen und für sie zu sorgen. In Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Organisationen bietet jedes Familienstärkungsprogramm unterschiedliche Dienstleistungen, darunter Tagesbetreuung für Kleinkinder, Schulungen für Eltern, damit sie kleine Betriebe gründen können, und Workshops zu den Themen Kinderschutz und Gesundheitsversorgung.

Betreuung in Familien: Kinder ohne elterliche Fürsorge können in SOS-Familien in den SOS-Kinderdörfern Ciudad Ojeda, La Cañada und Maracay ein neues Zuhause finden. Geschwister wachsen gemeinsam auf und erhalten die Unterstützung, die sie für ihre gesunde Entwicklung brauchen. In jüngster Zeit haben wir versucht, das Leben für Kinder, junge Menschen und gefährdete Familien so normal wie möglich zu gestalten. Wann immer die Möglichkeit besteht, besuchen die Kinder weiter die lokalen Schulen und nehmen an bürgernahen Aktivitäten teil, damit sie gut in ihre Gemeinden integriert werden. Wenn Kinder nicht zur Schule gehen können, werden sie zuhause unterrichtet. Wir haben darüber hinaus Maßnahmen ergriffen, um für die Sicherheit und das Wohl der Kinder und ihrer Betreuer/innen zu sorgen.

Unterstützung für junge Erwachsene: Unsere SOS-Jugendprogramme unterstützen junge Menschen, bis sie selbständig leben können. Wir legen großes Gewicht darauf, dass sie die richtige Bildung und Ausbildung erhalten und anschließend eine Arbeit finden können.

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